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Glossar zur Logistik

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Absatzplan

Im Absatzplan wird Art und Menge der zu verkaufenden Fertigerzeugnisse bestimmt sowie Zeitpunkt und Ort für den Absatz festgelegt. Der Absatzplan beruht auf Absatzprognosen oder auf Kundenaufträgen.

Absatzprognosen

Mit der Absatzprognose werden die Absatzmöglichkeiten hinsichtlich Art, Menge, Zeitraum und Ort von Fertigerzeugnissen vorausgesagt. Dazu werden Marktdaten erhoben und in die Zukunft fortgeschrieben. Diese Fortschreibung geschieht mittels verschiedener Prognoseverfahren.

Unter Marktdaten werden beispielsweise Informationen über Kundenanforderungen, Preisentwicklungen oder die Entwicklung der Nachfrage verstanden. Absatzprognosen bilden die Voraussetzung für die Unternehmensplanung.

Absatzrealisierung

Bei der Realisierung des Absatzes werden Fertigerzeugnisse auf verschiedenen Wegen auf dem Markt platziert.

Absatzwegeforschung

Die Absatzwegeforschung versucht, den günstigsten Weg der Fertigerzeugnisse zum Kunden herauszufinden.

Dabei wird untersucht, ob ein direkter Absatz zum Kunden oder ein indirekter Absatz über den Handel sinnvoll ist.

Auftragsabwicklung

Zur Auftragsabwicklung zählen die Erfassung der Auftragsdaten, und deren Weiterleitung an die Produktionsplanung sowie die Erstellung des Lieferscheines und die Wahl der Versandart.

Bearbeitungszeit

Die Zeit, die benötigt wird, um Material und Waren im Produktionsprozess zu bearbeiten.

Bedarfsermittlung

Bei der verbrauchsgesteuerten Bedarfsermittlung während der Planung orientiert sich die Ermittlung des Bedarfs an Material und Waren unmittelbar an den in der Produktion verbrauchten Mengen. Bei der auftragsgesteuerten Bedarfsermittlung dienen Kundenaufträge als Grundlage zur Ermittlung des Bedarfs an Material und Waren.

Beschaffungskonditionen

Unter Beschaffungskonditionen werden die Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie der Preis zusammengefaßt. Aus logistischer Sicht interessieren vor allem die Lieferbedingungen. Diese regeln die Verteilung der Transport- und Versicherungskosten

sowie den Ort, an dem der Gefahrübergang zwischen Lieferant und Unternehmen stattfindet.

Beschaffungsplan

Die Informationen aus dem Produktionsplan werden in den Beschaffungsplan übernommen. Im Beschaffungsplan wird für Material und Waren Art, Menge, Zeitpunkt und Ort der Beschaffung festgelegt.

Beschaffungsrealisierung

Die Realisierung des Beschaffungsplanes führt zu Bestellungen bei den Lieferanten. Die Bestellungen beinhalten Art, Menge, Zeitpunkt und Ort der Lieferung von Material und Waren.

Bestandsreservierung

Um auf eine erwartete Nachfrage kurzfristig reagieren zu können, wird in bestimmten Fällen vorab ein Teil an Material, Waren oder Fertigerzeugnissen reserviert.

Bringprinzip

Der Material- und Warenfluss kann nach dem Bring- oder Holprinzip organisiert und gesteuert werden. Das Bringprinzip bedeutet, dass jede Produktionsstelle Material und produzierte Waren der nachgelagerten Produktionsstelle bringt.

CAD: Computerunterstütztes Konstruieren.

CAM: Computerunterstützte Produktion

CAP: Computerunterstützte Planung

CAQ: Computerunterstützte Qualitätsprüfung

CIM: Computer Integrated Manufacturing

CIM hat wie die Logistik zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu erhalten beziehungsweise zu steigern. Dazu werden alle für die Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung benötigten Daten in einer Datenbank gesammelt. Diese Datenbank bietet die Voraussetzung für die Computerunterstützung der betrieblichen Produktionsprozesse. Dies führt unter anderem zur

... und damit zur Kostensenkung und Leistungssteigerung eines Unternehmens.

Durchlaufzeit

Durchlaufzeit ist die Zeitspanne, die von Beginn der Bearbeitung bis zur Fertigstellung eines Erzeugnisses benötigt wird. Im Einzelnen setzt sich die Durchlaufzeit zusammen aus Rüstzeit, Bearbeitungszeit und Liegezeit.

Einrichtungslayout

Unter Einrichtungslayout versteht man:

Die Planung des Einrichtungslayouts verfolgt das Ziel einen ununterbrochenen Material- und Warenfluss zu gewährleisten.

Engpasssteuerung

Bei der Engpasssteuerung ist die Engpassmaschine Ausgangspunkt für die Planung und Steuerung des Materialdurchlaufes. Als Engpassmaschine wird eine Maschine dann bezeichnet, wenn eine vorgelagerte Maschine mehr produziert, als die Engpassmaschine verarbeiten kann. Die Engpasssteuerung erfolgt dadurch, dass die der Engpassmaschine vorgelagerten Bereiche nur auf Anforderung durch die Engpassmaschine produzieren. Der Engpassmaschine nachgelagerte Bereiche werden entsprechend dem Materialdurchsatz an der Engpassmaschine gesteuert.

Fehlmengenkosten

Fehlmengen fallen immer dann an, wenn Kunden nicht ausreichend mit Fertigerzeugnissen versorgt werden. Dadurch fallen Fehlmengenkosten an in Form von:

Die Ursachen für Fehlmengen im Bereich der Beschaffung liegen in der Fehldisposition von Material und Waren.

Im Bereich der Produktion liegen die Ursachen in einer unerwartet hohen Ausschussrate oder in einer Fehlplanung der Kapazitäten.

Die Ursachen für Fehlmengen im Absatzbereich liegen in einer fehlerhaften Ausgangslagerverwaltung.

Fertigungssegmentierung

Fertigungssegmentierung bedeutet die Aufteilung von Produktionsbereichen in einzelne Fertigungssegmente.

Ein Fertigungssegment ist eine eigenständige, produktorientierte, sich möglichst selbst regulierende Produktionsinsel, die mehrere Stufen des Wertschöpfungsprozesses eines Produktes bis zur kompletten Bearbeitung innerhalb diese Fertigungssegments umfassen.

Fertigungstiefe

Durch die Fertigungstiefe wird beschrieben, inwieweit ein Unternehmen die zur Produktion benötigten Teile selbst herstellt oder fertig zukauft.

Flexibilität

Ein Unternehmen ist dann flexibel, wenn es sowohl auf kurzfristige Anforderungen des Absatzmarktes, des Produktionsbereichs als auch auf kurzfristige Änderungen auf dem Beschaffungsmarkt (Preise, Lieferanten, Bezugsmärkte) reagieren kann.

Gefahrübergang

Der Gefahrübergang ist Bestandteil des Vertrages zwischen Lieferant und Unternehmen. Er regelt den Übergang des Risikos vom Lieferanten auf den Kunden zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Dies ist für den Fall eines Verlusts oder einer Verschlechterung der Ware wichtig.

Handlingskosten

Unter Handlingskosten werden alle Kosten zusammengefasst, die bei Umschlagvorgängen anfallen. Als Umschlagvorgänge werden alle Vorgänge bezeichnet, bei denen eine Übergabe von Material, Waren oder Fertigerzeugnissen zwischen Lager und Transportmittel oder zwischen verschiedenen Transportmitteln stattfindet.

Holprinzip

Der Material- und Warenfluss kann nach dem Bring- oder Holprinzip organisiert und gesteuert werden. Das Holprinzip bedeutet, dass jede Produktionsstelle Material und produzierte Waren von der vorgelagerten Produktionsstelle oder vom Lager holt.

JIT (just in time)

"Just in time" kann übersetzt werden mit "alles genau zur rechten Zeit". Das heißt, alle logistischen Prozesse müssen genau zur rechten Zeit beginnen und enden.

KANBAN

Bei der Produktionssteuerung nach KANBAN-Prinzipien wird jeder Bearbeitungsstelle ein Bestandspuffer mit einer genau festgelegten Menge an Material vorgelagert, das zur Herstellung des Produkts oder seiner Bestandteile benötigt wird. Wird in diesen Pufferlagern der Mindestbestand unterschritten, löst die betroffene Bearbeitungsstelle bei der vorgelagerten Stelle einen Auftrag aus.

Nach Eintreffen einer Bestellung an einer Bearbeitungsstelle wird mit der Herstellung der auf der KANBAN-Karte definierten Menge begonnen. Bei der Anwendung von KANBAN wird von der zentralen Steuerung nur der Bedarf für die letzte Stufe des Systems vorgegeben. Durch den rückwärts gerichteten Informationsfluss richten sich alle vorgelagerten Bearbeitungsstellen auf den Bedarf der jeweils nachgelagerten Stelle ein.

Käufermarkt

Ein Käufermarkt ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

Kapitalbindung

Die Kapitalbindung ergibt sich aus der Summe der Werte und der Verweildauer von Material-, Waren- und Fertigerzeugnisbeständen sowie der Maschinen, Gebäude und Grundstücke.

Kommissionierung

Zusammenstellung von Lieferungen aus vorhandenen Beständen nach Anforderungen des Kunden.

Lieferbedingungen

Die Lieferbedingungen regeln die Verteilung der Transport- und Versicherungskosten sowie den Ort, an dem der Gefahrübergang zwischen Lieferant und Unternehmen stattfindet.

Lieferbereitschaft

Die Lieferbereitschaft oder der Lieferservice drückt die Sicherheit aus, mit der ein angeforderter Bedarf des Kunden durch das Unternehmen befriedigt werden kann.

Lieferbeschaffenheit

Die Lieferbeschaffenheit beschreibt Qualität und Zustand von Material, Waren und Fertigerzeugnissen bei der Ankunft beim Abnehmer.

Lieferflexibilität

Lieferflexibilität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, auch auf kurzfristige Kundenanforderungen reagieren zu können.

Lieferservice

Der Lieferservice oder die Lieferbereitschaft drückt die Sicherheit aus, mit der ein angeforderter Bedarf des Kunden durch das Unternehmen befriedigt werden kann.

Lieferzuverlässigkeit

Die Lieferzuverlässigkeit umfasst die optimale Verfügbarkeit von Fertigerzeugnissen für den Kunden hinsichtlich Art, Menge, Zeitpunkt, Ort und Qualität.

Liegezeit

Die Zeit, in der Material, Waren oder Fertigerzeugnisse in der Produktion liegen ohne eine Veränderung zu erfahren.

Losgröße

Die Menge einer Produktvariante (Serie, Farbe), die ohne Umrüstung oder Unterbrechung des Produktionsprozesses hergestellt wird, bezeichnet man als Losgröße.

Marktbearbeitung

Die Marktbearbeitung im Einkauf hat die Aufgabe der Lieferantenauswahl, der Lieferantenbewertung, Verhandlungen mit Lieferanten zu führen, Verträge abzuschließen und neue Märkte zu erschließen. Ziele der Marktbearbeitung sind der Einkauf beim günstigsten Lieferanten mit der benötigten Qualität und eine Ausschöpfung des vorhandenen Marktpotentials. Zudem muss sie Tendenzen auf dem Beschaffungsmarkt erkennen und auf Preisentwicklungen, Mengenangebot und veränderte Konditionen rechtzeitig reagieren

Materialwirtschaft

Der Begriff des Materials umfasst Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Rohstoffe gehen bei der Produktion als wesentlicher Bestandteil in das Fertigerzeugnis ein (z.B.: Eisen, Aluminium, Wolle, etc. ). Hilfsstoffe werden bei der Produktion von Fertigerzeugnissen benötigt. Sie stellen aber keinen wesentlichen Bestandteil des Fertigerzeugnisses dar (z.B.: Schrauben, Garne, Muttern, Leim, Farbe, etc.). Betriebsstoffe werden zur Aufrechterhaltung der Produktion benötigt (z.B.: Benzin, Diesel, Strom, Kohle, Schmierstoffe, etc.).

Innerhalb eines logistischen Systems erstreckt sich ein Material- und Warenfluss vom Lieferanten über das Unternehmen bis zum Kunden. Dieser Materialfluss wird innerhalb der Materialwirtschaft geplant, realisiert und kontrolliert.

Materials-Handling

Unter Materials-Handling versteht man die Zusammenfassung einzelner Waren zu Einheiten, die bei inner- und außerbetrieblichen Transport-, Umschlag- und Lagervorgängen günstig zu handhaben sind. Dadurch kann die reibungslose Abwicklung von Transport, Umschlag und Lagervorgängen vom Lieferanten über das Unternehmen bis zum Kunden gewährleistet werden.

Materials Handling umfasst zum Beispiel das Verpacken einzelner Waren, das Zusammenstellen von Sammelpackungen, das Bilden von Ladeeinheiten, wie beispielsweise Paletten und Container.

Mengenplanung

Ausgehend von der Planung des Produktionsprogramms ist der Bedarf der zu beschaffenden Materialien und Waren zu ermitteln.

PPS

Mit Hilfe von Produktionsplanungs- und steuerungssystemen (PPS) wird ein Produktionsplan aufgestellt, der die Informationen über Absatz-, Produktions- und Beschaffungssituation einbezieht.

Termine, Mengen und Kapazitäten sind die wesentlichen Informationen, die ein PPS als Plandaten liefern und während des Produktionsprozesses steuern und überwachen soll.

Produktionsplan

Die Informationen aus dem Absatzplan werden in den Produktionsplan übernommen. Im Produktionsplan wird für die herzustellenden Fertigerzeugnisse Art, Menge, Zeitpunkt und Ort der Produktion festgelegt.

Aus dem Produktionsplan ergeben sich die Informationen für den Beschaffungsplan.

Produktionsprogramm

Mit dem Produktionsprogramm wird die Art und die Menge der herzustellenden Fertigerzeugnisse festgelegt.

Produktionsrealisierung

Die Realisierung des Produktionsplanes führt zur Herstellung der geplanten Fertigerzeugnisse in der richtigen Art, Menge, zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort.

Produktionssynchrone Beschaffung

Eine produktionssynchrone Beschaffung liegt vor, wenn die Bestellung von Material und Waren in Abstimmung mit der Produktion so stattfindet, dass der Zeitraum zwischen Wareneingang und Bereitstellung von Material für die Produktion so klein wie möglich ist.

Dies bewirkt eine starke Reduzierung der Material- und Warenbestände und somit eine geringere Kapitalbindung.

Qualitätskontrolle

Die Qualitätskontrolle richtet sich an allgemeinverbindlichen Standards (Normen) oder an den mit den Kunden vereinbarten oder selbstgesetzten Qualitätsstandards aus.

Qualitätssicherung

Alle Maßnahmen, die darauf abzielen, bestimmte Normen oder Eigenschaften von Material, Waren oder Fertigerzeugnissen zu garantieren.

Rüstzeit

Die Zeitspanne, die benötigt wird, um eine Maschine bei einem Produktionswechsel auf die neue Produktvariante umzustellen.

Speditionslagermodell

Speditionslager sind gemeinsam von Lieferant und Abnehmer bei einem Spediteur eingerichtete Lager.

Der Spediteur dient als unmittelbar der Produktion vorgelagerter Sammelpunkt für Anlieferungen räumlich unterschiedlich entfernt liegender Lieferanten.

Mit der Einrichtung von Speditionslagern und der Übernahme bestimmter Aufgaben durch einen Spediteur werden zeitliche Unstimmigkeiten vermieden.

Speditionsmodell

Die Tendenzen auf den Speditionsmärkten zeigen, daß Speditionen inzwischen nicht mehr nur die traditionellen Transportfunktionen übernehmen, sondern auch über ein um Dienstleistungen erweitertes Serviceangebot verfügen.

Dieses erweiterte Leistungsspektrum der Speditionen kann verschiedene Bereiche betreffen:

Beratung: bezüglich individueller Logistiklösungen für den einzelnen Nachfrager.

Service:

Umschlagvorgänge

Als Umschlagvorgänge werden Vorgänge bezeichnet, bei denen eine Übergabe von Material und Waren oder Fertigerzeugnissen zwischen Lager und Transportmittel oder zwischen verschiedenen Transportmitteln stattfindet.

Verkäufermarkt

Ein Verkäufermarkt ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

Waren

Unter Waren werden bei herkömmlicher Definition Handelswaren verstanden. Handelswaren sind Fertigerzeugnisse, die vom Unternehmen beschafft und unverändert weiterverkauft werden.

Unter Waren werden auch halbfertige Erzeugnisse einbezogen, die eingekauft und weiterverarbeitet werden.

Wertanalyse

Bei der Wertanalyse werden Fertigerzeugnisse oder betriebliche Abläufe auf ihre wesentlichen Bestandteile oder Funktionen hin untersucht. Dabei wird versucht, die Funktionen, die Fertigerzeugnisse oder betriebliche Abläufe erfüllen, mit den niedrigsten Kosten zu verwirklichen.

Somit stellt die Wertanalyse eine Methode zur Optimierung des Verhältnisses zwischen Kosten und Nutzen dar.

Wettbewerbsvorteil (strategischer)

Vom Unternehmen bewußt aufgebaute wichtige und dominierende Fähigkeit, die es dem Unternehmen erlauben, Konkurrenzüberlegenheit im Rahmen eines langfristigen Gesamtplans und damit langfristig überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen.

(Zu dem Stichwörterverzeichnis siehe Pfohl; Jünemann; und Selbstlernprogramm Logistik, Huss-Verlag)


Stand 15. April 2001